Studie im UK Krems: SARS-CoV2 Antikörper bilden sich nur langsam

KREMS – Vor rund zwei Wochen wurden im Universitätsklinikum Krems 135 Mitarbeiter getestet, welche nachweislichen Kontakt zu COVID19-positiven Personen hatten – nur wenige von ihnen haben bereits Antikörper gebildet.

Die immunologische Studie unter Leitung von Prim. Assoc. Prof. Dr. Errhalt und Univ. Prof. Dr. Ojan Assadian hatte unter anderem das Ziel, die Aussagekraft kürzlich zur Verfügung stehendender Antikörper-Schnelltests im Vergleich zu einer validierten Labormethode in einer niedrig-Prävalenz-Population zu untersuchen.

Ein Antikörpertest, für welchen Blut oder Blutserum herangezogen wird, zeigt, ob man in der Vergangenheit einmal infiziert war und daher möglicherweise bereits immun ist. Im Vergleich dazu zeigen PCR-Tests (Rachen-Nasen-Abstrich), ob man aktuell infiziert ist.

Erste Ergebnisse der durchgeführten Studie belegen, dass die ausgewählten Antikörper-Schnelltests untereinander vergleichbare Ergebnisse liefern. Manche Tests liefern bessere Ergebnisse aus Serum anstelle aus Vollblut, insbesondere beim Nachweis von IgM-Antikörpern. Insgesamt liegt ihre Sensitivität bei 87,5% und Spezifität bei 99,2%. Der Vorteil der Schnelltests ist, dass rasch, innerhalb von 15 Minuten, Ergebnisse vorliegen. Bei jeder 8. Untersuchung werden allerdings Antikörper nicht richtig erkannt.

“Die Ergebnisse unserer Studie zeigen auch eindeutig, dass der Einsatz von Antikörper-Schnelltests vor dem 21. Tag nach einem möglichen SARS-CoV-2 Kontakt keinen Sinn machen, da in diesem Zeitraum nicht alle exponierten Personen Antikörper gegen das Virus gebildet haben. Eine Antikörper-Testung bei Personen mit erst kürzlich stattgefundenem Kontakt ist daher sinnlos. Schnelltests können aber in Ergänzung zu anderen diagnostischen Verfahren eine wertvolle Ergänzung zur Einschätzung des Infektionsverlaufes liefern.“ schildert Errhalt die ersten Erkenntnisse.

„Diese Studie zeigt, dass Forschungsaktivitäten nicht nur im eigenen Land eine zentrale Rolle spielen. Die Ergebnisse der Studie haben hohe Relevanz für die Forschung rund um COVID19 und können als Basis für die weitere Strategie im Umgang mit dem Virus herangezogen werden.“ betonte LH Stv. Stephan Pernkopf stolz.

Bei einer Infektion mit dem Corona-Virus bildet der Körper zuerst IgM-Antikörper, die im Blut aber nicht langfristig nachweisbar sind. Hier funktionieren die Schnelltests mit Vollblut laut bisherigen Ergebnissen nicht sehr gut. Ein Drittel der Tests lieferte ein, im Vergleich zur Laboruntersuchung, falsches Ergebnis. Der Nachweis der sogenannten IgG-Antikörper, welche erst nach einer gewissen Zeit gebildet werden, funktioniert mit den Schnelltests sehr gut. „IgG-Antikörper sind das immunologische Gedächtnis. Von diesen Antikörpern nehmen wir an, dass sie uns gegen eine Reinfektion immun machen“ berichtet Errhalt.

Eine Nachuntersuchung dieses Kollektives ist geplant, um ein noch klareres Bild über den Langzeitverlauf von Antikörpern gegen das SARS-CoV-2 Virus zu erlangen.

 

BILDTEXT
Prim. Assoc. Prof. Dr. Peter Errhalt, Leiter der Studie und Abteilungsleiter der Klinischen Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Krems

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