WIR INTERN_Ausgabe 06

20 10 Fragen 10 Fragen Prim. Assoc. Prof. Dr. Paulus Hochgatterer leitet seit 2007 die Klinische Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Uni- versitätsklinikum Tulln und seit Jahresbeginn auch die Tagesklinik im LK Mistelbach. Der 58-Jährige wuchs in Amstetten und Blinden- markt im Mostviertel auf. Er studierte Medizin und Psychologie an der UniversitätWien. Außer- dem ist er ein vielfach ausgezeichneter Autor, erhielt unter anderem im Jahr 2000 den Österrei- chischen Staatspreis für Kinder- und Jugendlite- ratur und 2009 den Literaturpreis der Europäi- schen Union. Kürzlich erschien sein jüngster Roman: „Fliege fort, fliege fort“ ist der letzte Teil einer Trilogie nach „Die Süße des Lebens“ und „Das Matratzenhaus“. Schreiben ist für ihn ein guter Ausgleich und eine wichtige Ergänzung zum Beruf. „Ich lerne täglich was dazu“, sagt er über seine Arbeit. Auch für sein neuestes Buch nutzte Paulus Hochgatterer seine Erfahrungen als Kin- derpsychiater. „Ich bin fest davon überzeugt, dass eine der zentralen Funktionen von Literatur ist, Menschen eine Stimme zu geben, die keine haben oder deren Stimme zu leise ist, um gehört zu werden“, betont er. „Fliege fort, fliege fort“ beschäftigt sich „im Zentrum mit einem Teil der heimischen, auch der niederösterreichischen Geschichte. Es geht um Heimkinder und die schrecklichen Dinge, die ihnen widerfahren sind sowie um ihre man- gelnde Fähigkeit, für das, was ihnen passiert ist, Vergeltung zu üben.“ 1 Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind? Mein allerersterWunsch war Lokomotivführer. Jeden Sonntag, wenn ich in der Kirche brav war – ich wurde katholisch erzogen – durfte ich mit meinemVater am Bahnsteig 1 die Dampflok anschauen. Also den Zug, der nachWesten fährt. 2 Was macht Ihnen die meiste Freude am Beruf? Der tägliche Kontakt mit den Kindern: Ihre Lebendigkeit, ihre Kreativität, ihre Konflikt- freude und die Buntheit, die Kinder mit sich bringen. 3 Was bringt Sie zum Lachen? Freche Kinder! 4 Was gefällt Ihnen an Ihrem Klinikstand- ort am meisten? Dass unsere Abteilung so selbstverständlich in das Allgemein-Klinikum integriert ist und das ganze Haus unsere Arbeit wertschätzt. 5 Mit welchen drei Worten würden Ihre Kolleginnen und Kollegen Sie beschrei- ben? Als „konfliktscheu“ – aber das wäre zu Unrecht. „Gewährend“ im Sinne von „machen dürfen“. Und manchmal als „kindisch“, weil neugierig. 6 Ihr Motto? Trau Dich! 7 Drei Dinge oder Personen, die Sie auf eine einsame Insel mitnehmen würden? Meine Frau, unsere Katzen und ein dickes Notizbuch mit Bleistift. 8 Mit welcher Person würden Sie gerne einen Kaffee trinken? Mit Astrid Lindgren, der 2002 verstorbenen schwedischen Kinderbuch-Autorin, die zum Beispiel Pippi Langstrumpf geschaffen hat. 9 Wozu hätten Sie gerne mehr Zeit? Lesen, schreiben, Musik hören und machen. 10 Wenn Sie eine Sache an sich ändern könnten, was wäre das? Da muss ich ein bisschen nachdenken. Ernst- haft – ich würde mir weniger Chaos in meinem Zeitmanagement wünschen. n Prim. Paulus Hochgatterer, UK Tulln

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5Njc=